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Damatiner 18 Jahre, Max

Max war mein Dalmatiner , wahrscheinlich ein bischen Mischling .

Max war ein sehr liebevoller Hund und wurde von wirklich allen Tieren geliebt. Sei es nun  eine Katze oder eine Schildkröte.

Er war einem immer nah, freute sich über Streicheleinheiten , liebte über alle Maassen Elsa meine Hündin.

 Er kannte jeder meiner Bewegungen und heulte wie ein Wolf , wenn das Telefon klingelte. 

 Allerdings musste er auch alles Fressbare klauen , sei es nun von den Katzen , vom Tisch, wenn man nicht da war oder eben die Mülltüte .

Auch bei verschiedenen Craniosacraltherapien war er emotional present und  konte mitweinen .  Max konnte auch lächeln.

Er war nicht sehr sehr intelligent und  kreischte bei jeder Kleinigkeit zB bei ein Spritze oder wenn man ihn auf den Tisch heben musste und  ein einacher Ultraschall hat Massenpanik hervorgerufen .

 

Max  der Dalmatiner  und Elsa bewegten sich fast immer gleich
Man kann noch die Wunde auf dem Rücken erkennen, Vom ersten Tag an waren die beiden wie siamesische Zwillinge

 Vor ca 8 Jahren hat eine Freundin  ihn in Benissa gefunden ,mitten im Campus . Er war überall zerbissen und so ausgehungert , dass die Blutwerte  Organschäden  diagnostizierten . Die Bisswunden waren zum Teil schon älter, andere recht frisch. Er wurde von mehreren Hunden angegriffen, die allesamt an einer Hündin interessiert waren   Heute wissen wir, dass er trotzdem , wie auch immer das möglich war , erfolgreich war . Er hat mittlerweile Enkelkinder ,alle weiss mit schwarzen Punkten . 

 Dennoch ,bei mir angekommen, war nicht mehr viel von ihm übrig . Eine Bisswunde hatte sogar zu einem Speiseröhrenriss geführt. ,Er konnt also auch nicht richtig fressen. Abszesse erblühten am ganzen Körper .

Mit viel Geduld habe ich ihn aufgepeppelt,  Monatelang hatte er Schwierigkeiten  zu fressen, ohne alles wieder herauszuwürgen . Mehrere Operationen standen an , um die Abszesse zu säubern - immer mit der grossen Angst , dass er dabei sterben könnte. 

Aber schon hier zeigte sich, Max war  wahrscheinlich unsterblich .

 Es  folgte eine Kastration und  eine Recherche , wo er denn nun herkam 

 

 Die Nachforschungen ergaben Folgendes 

 Max kam aus Calpe , war bereits 10 Jahre alt und ist von einem englischen Besitzer in Calpe  ausgesetzt worden 

 Wir hatten sogar dieTierärztin gefunden , die ihn behandelt hatte.

 "Er hatte vorher schon mehrere Besitzer gewechselt ,war zwischedurch in einem Tierheim gewesen und  und wie gesagt  der letzte Besitzer hatte Calpe verlassen" . 

 Ich muss sagen Max sah jünger als 10 Jahre aus , aber vielleicht waren die Schätzungen nicht richtig . Jedoch verjüngern Tierheime lieber als das  sie Hunde  älter zu schätzen .

  Ich dachte mir so 

Es braucht mindestens 6 Monate , bis er wieder einigermassen  fit ist  . Ich werde ihn  behalten . 

 Wenn er 10, ist werden das höchstens 2 oder 3 Jahre sein . Ausserdem liebt er meine Hündin Elsa"

Denn für einen 2. Hund war es bei mir zu Hause eigentlich ein bischen klein.

 Hinzu kommt, dass er ein sogenanntes Fanconi Syndrom entwickelt hatte ( man findet hohe Zuckerwerter im Urin, aber keine im Blut  wie bei einem Diabetis ) und eine schweren renalen Störung ( postrenal ),( d.h. er konnte über die Niere nicht mehr normal Wasser reabsorbieren ). Mit andeen Worten er musste 3-5 l Wasser täglich trinken und ebensoviel urinieren . Ich konnte ihn selten mehr als 4 Stunden alleine lassen .

 

 

Max der Dalmatiner
Wie man sieht 7 Jahre später sieht das noch genauso aus

Wir hatten eine sehr schöne Zeit mitteinander . Max ist 18 Jahre geworden und vor einem Monat musste ich ihn leider gehen lassen.

Tatsächlich war Max schon seid 3 Jahren herzkrank .  Das Herz war soo schlecht, ich denke  die Herzklappen waren komplett ausgefranzt ,wenn überhaupt vorhanden. Mir flog jedes mal mein Stethoskop aus der Hand  , wenn ich auf die Idee kam es mir genauer anzuhören . Ich habe immer gesagt dass er mit so einem Herzen völlig illegal noch auf dieser Erde wandelte ,und nicht nur wandelte - er war enorm fit und konnte lange Spaziergänge machen etc 

 Letzten Sommer entwickelte sich dazu noch ein Lungenödem  und er brach zusammen.Ich wollte mich eigentlich verabschieden   Aber  nach einer adäquaten Medikation stand er dann auch wieder auf und alles war wieder normal.

 Von da ab ging es natürlich ziehmlich bergab,  von seiner Inkontinenz mal ganz abgesehen. Ausserdem quietschte er bei jeder Spritze, wie ein Pinscher ,so das meine Selbstbwustein  im Keller verschwand , normalerweise spüren meine Patienten meistens die Spritze nicht.  Manchmal kam er kaum vor die Tür ,doch am nächsten Tag  bellte er dann wieder war fit , klaute Katzenfutter und wollte spazieren gehen.

 Ich habe mich mindestens 15 mal von ihm verabschiedet , 

Tatsächlich  musste ich hier auf recht harte Art lernen ,wie schwer es ist den Zeitpunkt  festzulegen.  Immer wieder    sagte ich  , morgen ist es dann soweit 

 Gut ging es ihm sicher nicht dazu noch uralt , aber mit einem unglaublichen Lebenswillen und zwar bis zum letzten Atemzug. Viele Patientebesitzer kommen mit ihren sehr alten Hunden zu mir und fragen , ob es nicht besser wäre ,  das Tier einzuschläfern - wann der richtige  Zeitpunkt wäre   und ich kenne jetzt  das Gefühl. Es ist schwer und jeder Fall ist anders.Es stellen sich diese Fragen :" Kann ich die Situation ertragen , meine Familie , ist es möglich mit der Inkontinenz umzugehen .?" Auch Patientenbesitzer sind oft krank und es ist ihnen nicht möglich die Situation zu händeln . Am Ende liegt diese Entscheidung bei jedem Einzelnen  Der Tierarzt kann beraten, helfen  aber diese Entscheidung muss jeder Tierbesitzer letztendlich selber treffen .

 

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